Standing Ovations für „Viva la Musica“

Standing Ovations für „Viva la Musica“

Robert und Iryna Varady beeindrucken zusammen mit Tochter Angelina

Bad Nauheim – Im Mittelpunkt des Frühlingskonzerts im großen Saal der Trinkkuranlage in Bad Nauheim hat ein außergewöhnliches Trio gestanden: Robert Varady (Violine), Iryna Varady (Klavier) und ihre Tochter Angelina (Gesang). Gemeinsam als „Duo Bravo“ mit Gesang bildeten sie eine musikalische Einheit von beeindruckender Intensität und schufen ein harmonisches Zusammenspiel aus Virtuosität, Musikalität, Emotion und künstlerischer Tiefe, das Zuhörer begeisterte.

Familienprojekt mit Ausdruckskraft

Ein Familienprojekt voller Ausdruckskraft. Ein warmer Frühlingsabend – und der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Schon vor Beginn liegt ein erwartungsvolles Murmeln in der Luft, ein leises Knistern, das spüren lässt: Dieser Abend wird etwas Besonderes.

Schon mit Vivaldis „Frühling“ wurde der Titel des Abends lebendig: Die Geige erzählte von aufblühender Natur, während das Klavier sanft begleitete. Von Beginn an war spürbar, dass hier nicht distanziert musiziert wurde, sondern mit Herz und Hingabe. Diese Nähe zog sich durch das gesamte Programm.

Dabei stellte Robert Varady seine meisterhafte, unvergleichbare und unnachahmliche Spielkunst eindrucksvoll unter Beweis, einfühlsam, dynamisch und souverän am Klavier begleitet von Iryna Varady.

Die musikalische Vielfalt begeisterte: Klassik traf auf Pop, Chanson auf Filmmusik – mühelos und authentisch. Virtuos und verspielt beim „Hummelflug“, leidenschaftlich im „Csárdás“, cineastisch bei „Fluch der Karibik“ und berührend bei „Time to Say Goodbye“: Jeder Titel entfaltete seine eigene Atmosphäre – und nichts wirkte erzwungen.

Durch das Konzert führte Iryna Varady mit Feingefühl und Charme. Ihre Moderation war weit mehr als eine Ansage – sie schuf Nähe, gab Einblicke und verband die Werke auf persönliche Weise. Mal humorvoll, mal nachdenklich, immer berührend. Man hört ihr nicht nur zu, man geht mit ihr durch diesen Abend.

Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt von Angelina Varady. Die junge Sängerin beeindruckte mit außergewöhnlicher Reife und Ausdruckskraft sowie mit enormer Musikalität. In vier Sprachen bewegte sie sich souverän zwischen Klassik, Pop, Musical und Chanson. Besonders bei den Liedern von Édith Piaf entstand eine fast magische Stimmung – als wäre die legendäre Sängerin für einen Augenblick gegenwärtig.

Mit „The Rose“ und „Memory“ sorgte sie für Gänsehautmomente und stille Andacht im Saal. Dass Angelina Varady erst 16 Jahre alt ist, scheint in solchen Momenten fast unglaublich. Ihre Musikalität und das Volumen ihrer Stimme, die weit über ihr Alter hinausgehen, machen ihren Auftritt zu einer kleinen Sensation dieses Abends.

Auch instrumental setzte das Programm starke Akzente: „Libertango“ pulsierte vor Energie, die „Habanera“ aus „Carmen“ entfaltete spanisches Temperament. Ein weiteres Highlight war „Dudelsack ala Robi“, eine Eigenkomposition von Robert Varady, die mit originellem Klangbild begeisterte.

Zudem trat der Überraschungsgast Giogio Inverso auf, der zwei seiner eigenen Klavierstücke präsentierte – eigens für diesen Abend von Robert Varady bearbeitet.

Visuell wurde das Konzert durch Werke des Malers Peter Seharsch bereichert. Seine Bilder verliehen den Musikstücken eine zusätzliche Ebene und unterstrichen die Verbindung von Klang und Kunst.

Mit dem Finale von „Time to Say Goodbye“ erreichte der Abend seinen Höhepunkt – doch das Publikum wollte mehr. Der gesamte Saal erhob sich zu Standing Ovations, begleitet von lang anhaltendem Applaus. Nach Zugaben und bewegenden Momenten blieb vor allem eines: das Gefühl, Teil eines besonderen Gesamtkunstwerks gewesen zu sein.

Wunsch nach Fortsetzung

Am Ende dieses besonderen Abends findet Iryna Varady noch einmal Worte, die das Erlebte auf den Punkt bringen: Der Austausch von Energie und Gefühlen zwischen Publikum und Künstler sei eine „unendlich wertvolle Verbindung, die Musik letztlich vollkommen macht“. Und mit einem Lächeln gibt sie dem Publikum etwas mit auf den Weg: „Nehmen Sie die Musik mit.“

Ein Abend voller Musik, Emotionen und intensiver Verbindung zwischen Künstlern und Publikum – und ein Erlebnis, das lange nachklingt. Aus dem Publikum wurde vielfach der Wunsch nach einer Fortsetzung und einem neuen Termin geäußert.